Blick ins Depot 2 – 2026

In jedem Quartal stellt das Niederrheinische Museum Kevelaer ein Objekt vor, welches sonst nicht in der Ausstellung zu finden ist. So können auch die breitaufgestellten Depotbestände des Museums Stück für Stück erkundet werden.

Das in diesem Quartal präsentierte Gemälde ist eine Gouachemalerei auf Leinwand. Sie wurde 1982 von Helmut K. Bücken gemalt und signiert. Ungerahmt misst das Gemälde 48,5 x 38,5 cm. Der 1924 geborene Künstler, der ursprünglich aus Stolberg bei Aachen stammte, war eigentlich Tierarzt. Trotz seiner Affinität zur Malerei, traute er sich lange Zeit kein eigenes künstlerisches Schaffen zu. Erst in späteren Lebensjahren, als er in den 1970er Jahren schon einige Zeit am Niederrhein lebte, begann er zeichnerisch sowie malerisch tätig zu werden.

Auf dem Gemälde dargestellt sind im unteren Drittel des Bildbereiches fünf nackte Frauen auf einem Schachbrett stehend, eine Weitere steht bereits neben dem Brett. Jeweils drei der Frauen haben den gleichen Hautton, sodass der Eindruck heller und dunkler Schachfiguren entsteht. Ihre Gesichtszüge und Frisuren ähneln sich sehr. Eine größere Person sitzt mit dem Rücken zum Betrachter und blickt auf die Schachfiguren. Im Hintergrund ist auf der oberen Bildhälfte ein kreisrunder, orange-blau gestreifter Ballon zu sehen, an dem ein Korb hängt. Er scheint von den Figuren im unteren Bildbereich wegzufliegen. Der Hintergrund verläuft von einem bräunlich-beigen Ton im unteren Bildbereich hin zu Blau, welches den größeren Teil des Hintergrundes ausmacht. Hier entsteht der Eindruck eines erdigen Bodens und eines strahlend blauen Himmels. Der Übergang zwischen den beiden ist jedoch diffus, es gibt keine Horizontlinie. Die Figuren scheinen über dem Boden zu schweben. Und obwohl der Ballon in der Ferne zu schweben scheint, gibt es keine festen proportionalen Anhaltspunkte, an denen dieser Eindruck wirklich festgemacht werden könnte.

Nicht nur das Motiv selbst, sondern auch die Proportionen der Figuren, die begrenzte Farbpalette und der diffus gehaltene Hintergrund tragen zu einem surrealen Gesamteindruck des Bildes bei. Dies ist ein Eindruck, der oftmals bei Betrachtung der wundersamen Werke Helmut Bückens entsteht. Bückens Malereien wurden nach einer ersten Ausstellung in Ahaus 1981 im selben Jahr im Niederrheinischen Museum Kevelaer präsentiert. Es sind zahlreiche Werke des Künstlers im Kevelaerer Museum vorhanden.