Blick ins Depot

In jedem Quartal wird aus dem Depot des Niederrheinischen Museums ein Objekt, seine Bedeutung und seine Geschichte vorgestellt, denn bekanntlich gibt es immer wieder Sehenswertes, das nur selten das Licht der Ausstellungen erblickt.


In diesem Quartal stellen wir euch einen Ofenschirm vor. Die auf zwei Füßen ruhende Messingplatte mit Tragegriff stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und ist 87 × 67 cm groß. Die reliefartig ausgearbeitete Fläche präsentiert das wohnliche Interieur eines Gasthauses. Vor einem brennenden Kamin spielen vier Männer an einem großen Tisch Karten und werden von einer Frau mit einem Krug bewirtet. Im Hintergrund sind weiterhin Fässer, Geschirr sowie ein brennender Kamin zu erkennen.
Ähnlich wie Kaminplatten wurden auch Ofenschirme künstlerisch gestaltet und erfüllten häufig neben dem funktionalen auch einen dekorativen Zweck. Anders als die schweren integrierten Kaminplatten aus Gusseisen, von denen sich einige in unserer Dauerausstellung befinden, wurden Ofenschirme aus leichterem Material gefertigt und vor die offene Feuerstelle platziert. Dadurch sollten mögliche Funken und zu starke Wärme des Feuers in den Wohnräumen vermieden und die Räumlichkeiten dennoch mit ausreichend Wärme versorgt werden.


Die Gestaltung des Ofenschirms erinnert an klassische Motive aus der Malerei und nimmt zugleich thematisch direkten Bezug zu dessen Funktion. Es ist vorstellbar, dass dieser hier präsentierte Ofenschirm ebenfalls in einem Wohnraum vor einem Kamin genutzt wurde und das gemeinschaftliche Beisammensein vor dem Kamin in den kalten Wintermonaten gemütlicher gestaltete.