24. August 2026

Blick ins Depot 4 – 2026

Blick ins Depot 4 - 2026

Rotamint 7 & 8 & 9
In jedem Quartal wird aus dem Depot des Niederrheinischen Museums ein Objekt, seine Bedeutung und seine Geschichte vorgestellt, denn bekanntlich gibt es immer wieder Sehenswertes, das nur selten das Licht der Ausstellungen erblickt.Der elektromechanische Automat „rotamint 7 & 8 & 9“ vom deutschen Hersteller NSM Löwen erschien im Jahr 1973. Er zählt zu der Modellreihe der „Rotamint“-Serie, die zwischen 1952 bis in die späten 1990er Jahre entstand.

Die Entwicklung der Spielautomaten begann Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Dort entstanden die ersten mechanischen Drei-Walzen-Spielautomaten mit dem klassischen Seitenhebel. Ab 1963 startete die elektromechanische Ära und es übernahmen Knöpfe die Steuerung der Automaten. Im Jahr 1976, wurde in Las Vegas der erste Video-Spielautomat vorgestellt. Bei diesem Gerät wurden die physischen Walzen durch einen Bildschirm ersetzt. Seit den 1990er Jahren bestimmen digitale Slots mit softwarebasierten Zufallsgeneratoren den Markt.

Statt der parallel laufenden Walzen nutzte der Rotamint drei flache, rotierende Scheiben. Eine Schablone mit fünf Öffnungen ermöglichte verschiedene Kombinationen aus Zahlen, Symbolen und Buchstaben. Für einen Einsatz von 20 Pfennig konnten Spieler und Spielerinnen über das namensgebende Zahlensystem 7 – 8 – 9 Sonderspiele und einen Höchstgewinn von 2 DM erzielen. Mit seiner hellen Leuchtstoffröhren-Beleuchtung und einer Ableseschablone prägte er das Design deutscher Geldspielgeräte. Der elektromechanische Automat ist ein Meilenstein der deutschen Automatenwelt und steht stellvertretend für die deutsche Kneipenkultur der 1970er Jahre.

Bis Ende des Jahres ist der Rotamint in der Historischen Kneipe des Museums ausgestellt.

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